Mensch, werde wesentlich!

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Page (Collage A. Jujol  2016)

Ernst Stadler 1883-1914

In einem alten Buche stieß ich auf ein Wort,
Das traf mich wie ein Schlag und brennt durch meine Tage fort:
Und wenn ich mich an trübe Lust vergebe,
Schein, Lug und Spiel zu mir anstatt des Wesens hebe,
Wenn ich gefällig mich mit raschem Sinn belüge,
Als wäre Dunkles klar, als wenn nicht Leben tausend wild verschloßne Tore trüge,
Und Worte wiederspreche, deren Weite nie ich ausgefühlt,
Und Dinge fasse, deren Sein mich niemals aufgewühlt,
Wenn mich willkommner Traum mit Sammethänden streicht,
Und Tag und Wirklichkeit von mir entweicht,
Der Welt entfremdet, fremd dem tiefsten Ich,
Dann steht das Wort mir auf: Mensch, werde wesentlich!

Protestkunst und Malerei sind sich näher als gedacht?

„Whether a performance or painting, Jujol questions social norms in varied and inspired ways and invites the viewer to do the same.“
protestart

 

 

 

 

Die us-amerikanische freie Kunst- und Kulturjournalistin Donna Banks spazierte 2013 zufällig an der Abschlussinstallation der Protestkunstaktion „Lampedusa ist hier“ am Rheinufer in Düsseldorf vorbei.
Sie nahm mit mir Kontakt auf und besuchte mich in Essen in meinem Atelier. Im Nachgang entstand dieser Text.

Thanks to Donna :
http://www.dccontemporary.com/the-district-art-blog/anabel-jujol

 

There may be times when we are powerless to prevent injustice, but there must never be at time when we fail to protest.

–      Elie Wiesel

Protest art has a long and varied history. Regardless of the medium, it provokes and inspires. While walking along the Rhine River in Düsseldorf, Germany on a cloudy Sunday afternoon, I happened upon the art piece Lampedusa. It gave me pause. Literally. With the river serving as the backdrop, stuffed black plastic bags of varying sizes representing the bodies of children and adults were ceremoniously displayed. The retrospective mood was fortified by lit candles and somber music.

Inches from the symbolic body bags stood a tent bearing the name Frontex along with statistics on the thousands of migrants who have died at sea.

I had to meet the artist who conceived this work. A month later, I met Anabel Jujol, an activist, performance artist, and painter. As we sat and talked in Karo, the art gallery she shares with two other artists, her enthusiasm was palpable.

Jujol has two passions, art and activism. She once believed that these were mutually exclusive, but her involvement in the Occupy Movement changed this perception.

In 2011, like many others, she was inspired by Spain’s Occupy Movement, Los Indignados. Further motivated by Stéphane Hessel’s Time for Outrage: Indignez-vous!, Jujol along with five others began Occupy Düsseldorf in October 2011.

In time, the occupiers realised that their efforts were not leading to meaningful and lasting global social change. Individuals became disheartened and the Movement waned. Yet, Jujol recalls, „the smaller the movement became, the more art was made.“

Düsseldorf’s Occupy camp ended in August 2012. This, however, did not lessen her resolve. She continues her activism in diverse and inspired ways.

Jujol envisions site specific performances. As with Lampedusa, the setting is key. Performances are often staged in heavily trafficked areas to encourage participation from passers-by. This leads to work that she describes as „very organic“.

In 1% loves 99%, performers donned costumes to emphasize stark differences in social class. They then strolled along Königsallee, a street known for its high-end boutiques. Performers interacted with the public, many of whom eagerly participated.

When Jujol is not staging public art performances, she paints.

Born in Germany to a Spanish father and Dutch mother, Jujol is quite interested in the concept and malleability of identity. She explores and critiques the placement and displacement of individuals and groups in modern societies.

Talking with her and viewing her work, I was reminded of The Monkey’s Mask: Identity, Memory, Narrative and Voice (2003) in which Chris Kearney refers to identity as a „knotty problem“. Her paintings are visual representations of the profoundness of identity. It is deep, vast, complicated, interwined, and a journey. So are Jujol’s paintings. When viewing her work, one feels as if one is casting off on a journey into another dimension and that eventually the unknown or as yet undiscovered will be found.

Sinuous lines resembling the density and strength of roots interact upon the canvas. There is a sense of movement, growth, and constant change.

Whether a performance or painting, Jujol questions social norms in varied and inspired ways and invites the viewer to do the same.


 

 

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Wandarbeit 2016 / UFAM Projekt

muralGemeinschaftsarbeit mit dem Athener Künstler NAR
Schützenbahn Essen / Rückseite Atelierhaus

 

 

Ein außergewöhnliches Projekt, eine Herausforderung – die erste Fassade.

Kunstspur 2016

artwalk2016wandZur Kunstspur 2016 waren bei Karo Kunst in der Kasteienstraße aktuelle Collagen und Werke aus der Kunstwerkstatt für Menschen mit Behinderung (Diakoniewerk Essen) zu sehen. Neben den Werken der Künstlerinnen Ulrike Huckel, Evelina Velkaite und Annette Schnitzler konnte die Wand mit Gemeinschafts- und Einzelwerken sehr gut bestehen.
Der Gedanke einer inklusiven Ausstellung wurde gut verwirklicht. Die Werke waren nicht besonders deklariert, harmonierten in Form und Inhalt und fanden Anklang bei Besucher*innen.

Teilnahme an der Gruppenausstellung – IX Premi Salou de Recerca Pictòrica 2016 – IX Kunstpreis der katalanischen Stadt Salou

Der Kunstpreis für innovative moderne Malerei wird alle zwei Jahre vergeben . Schöne Auswahl, schöne Räume. Ich war bei den 20 Künstler*innen der Endrunde und damit in der Gruppenausstellung in dem idyllischen Museum in Salou.
Dabei sein ist alles. In 2 Jahren starte ich den nächsten Versuch.
Der erste Preis ging an die deutsche Patrizia Lohan, die seit 30 Jahren in Spanien lebt und arbeitet.

Was mir so durch den Kopf geht

Einzelausstellung Anabel Jujol
KARO Kunst in der Kasteienstraße
Juni 2016

Vermögen und Unvermögen //
Weitermalen ohne Sinn und Verstand!
„Schlüsselbilder“ aus letzter und vorletzter Zeit
Malerei/Film/Fotografie/Digital Art
Dispositionen – schwebende Eigenschaften

„Akduell“ zum Trauermarsch in Düsseldorf

http://akduell.de/2015/04/mehr-ohnmacht-als-wut/
trauermarschakduell

Am Samstag, den neunten Mai, wird in Düsseldorf ein weiteres Mal gegen die europäische Grenzpolitik protestiert. Hierbei steht allerdings weniger die Kritik der Täter*innenseite im Mittelpunkt, sondern die Trauer um die Opfer. Veranstalter*innen sind das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf (PSZ), Amnesty International, Occupy Düsseldorf und die Künstlerinnen Mizgina Rengin und Anabel Jujol. „„Akduell“ zum Trauermarsch in Düsseldorf“ weiterlesen

Cécile Lecomte -Das Eichhörnchen im Interview – Februar 2014

Die Essener Künstlerin Anabel Jujol traf in Essen die Kletteraktivistin Cécile Lecomte, genannt „Das Eichhörnchen“, zu einem Gespräch
über subversive Kletterkunst und kreative Kapitalismuskritik in Zeiten der Energiewende
Cécile Lecomte machte im Rahmen ihrer Lesereise zu ihrem ersten Buch „Kommen Sie da runter“ am 13. Februar 2014 auch Station in Essen.
Circa 50 interessierte BesucherInnen kamen in die kleine Atelier-Galerie KARO Kunst in der Kasteienstraße, um „Das Eichhörnchen“ zu hören. Sie spendeten lebhaften Beifall. Hier eine gekürzte Zusammenfassung des Interviews.

„Cécile Lecomte -Das Eichhörnchen im Interview – Februar 2014“ weiterlesen

Frühlingserwachen – Erste Arbeiten 2015

Sie wollen mitmischen // WAZ Artikel zur Kunstwerkstatt der Diakonie

https://www.derwesten.de/staedte/essen/sie-wollen-mitmischen-id9752662.html
diakonie

Es hat etwas mit Wertschätzung zu tun, wenn man die Bilder, die Menschen mit Behinderung gemalt haben, ordentlich einrahmt, professionell aufhängt und offiziell zur Ausstellung erklärt. Das ist zuletzt in Steele geschehen, im Amtsgericht, „schön schräg“ heißt die Schau mit Bildern von Bewohnern der Häuser des Diakoniewerks. Die Schau ist noch bis Ende September zu sehen, und Anabel Jujol sagt: „Es gibt bereits Konkurrenzen um manche Bilder und Auseinandersetzungen von Interessenten, wer was kaufen darf.“
„Sie wollen mitmischen // WAZ Artikel zur Kunstwerkstatt der Diakonie“ weiterlesen