Lieber Rosinen im Kopf…Lieber Mandalas malen…Lieber Unfug, Spaß und Widerstand…Danke für den Fisch

Zur Halbzeit und fast auf den Tag genau nach drei Jahren gebe ich mein politisches Mandat für das Kommunalparlament, den Rat der Stadt Essen, ab.

Dem linken Wählerauftrag und meinen eigenen politischen Ansprüchen kann ich in einer Ratsgruppe mit Bezug zu der neuen Partei „Schöner Leben“ nicht gerecht werden.
Andere Optionen scheiden ebenfalls aus.

Bei aller Kritik am „Showkampf“ Ratssitzung und der parlamentarischen Debattenkultur und Entscheidungsfindung:
ich hatte einen tiefen, lehrreichen Einblick in die Strukturen unserer Stadt und ich bin für alle politischen und menschlichen Lektionen sehr dankbar.

Ich wende mich wieder der außerparlamentarischen linken Opposition zu, die sich mit radikalen gesellschaftlichen Utopien und Idealen beschäftigt, in der Kunst und Politik keine Gegensätze sind und gesellschaftlicher Wandel in selbstorganisierten Freiräumen entwickelt und gelebt wird.

anabelsoldatin
Mitschnitt:
spontane Abschiedsrede im Stadtrat / Essen / Mai 2017

7 Antworten auf „Lieber Rosinen im Kopf…Lieber Mandalas malen…Lieber Unfug, Spaß und Widerstand…Danke für den Fisch“

  1. Beste Anabel – hier alle guten Wünsche aus den Reihen der parlamentarischen Opposition. Ich gehe mal guten Mutes davon aus, dass wir uns an nicht wenig Stellen bei gemeinsamen Aktionen treffen werden.
    Behalte die politische, wie künstlerische Kreativität und Power, aber da muß ja keine Sorge herrschen.
    Ein Gruß also aus den immer noch weichen Ledersesseln des Ratshauses der Walter Wandtke

  2. Die Perücke geht gar nicht. Als politischer Aktivistin für Menschenrechte sollte Ihnen klar sein, dass sog. Afroperücken, ebenso wie blackfacing, in jedem Fall beleidigend, herabwürdigend und verletzend für Schwarze Menschen sind. Während Schwarze Menschen sich oft gezwungenermaßen entscheiden, kurzes Haar zu tragen, um den grapschenden Übergriffen von Weißen zu entgehen, fetischisieren Sie krauses Haar in kultureller Aneignung und banalisieren und wiederholen Alltagsrassismus.

    1. Ich bin auf diesem Bild ein Democlown bei einer Antimilitarismusdemo im Rahmen der RSU Vereidigung von Reservesoldaten Zeche Zollverein 2012 in Essen.
      Ich bin nicht im Ansatz darauf gekommen, dass allein eine solche Perücke in diesem Kontext als Teil einer Fantasieverkleidung irgendwie das Thema „Blackfacing“ berühren könnte.
      Ich habe die Perücke als Hippie-Perücke angesehen, in Erinnerung an die späten 70er als meine Mutter und ihre Freundinnen alle solche Dauerwellen hatten.
      Ich kann schwer einsehen und muss es vielleicht einfach zur Kenntnis nehmen, dass eine solche Kombination von verschiedenen Symbolen in diesem Kontext irgendwie rassistisch gelesen werden könnte.
      Die provokante Freiheit bestand in der „verrückten“ Kleidung, die sich allerlei Symbole bediente und in der albernen Imitation militärischen Marschierens. Aus meinem Gewehr kam ein „Ballonpenis“.
      Während alle Demonstranten hinter der Absperrung bleiben mussten, durfte ich unbehelligt mit meinen Albernheiten die Demo und das Militärritual kreuz und quer begleiten.

  3. Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass du dein Mandat quasi zum Bergfest abgestriffen hast. Aus der Ferne bedanke ich mich für die Impulse, welche du der Essener Kommunalpolitik geben konntest, aber die Mühen der Ebene sind zäh und selten dankbar. Ich erinnere ad hoc deine Zuarbeit für das Kultur-Bürgerbegehren, deine Beiträge zu Natur- und Umweltschutz („Eichhörnchen“) und dein Engagement für Geflüchtete.

    Selbst aus den sozialen Bewegungen kommend, nehme ich wohlwollend zur Kenntnis, dass du dich nunmehr wieder „außerparlamentarischen linken Opposition zuwendest, die sich mit radikalen gesellschaftlichen Utopien und Idealen beschäftigt“. Da geht was – jenseits von Planfeststellungsverfahren, Gewerbesteuerhebesatzanpassung oder Betriebskostenbewirtschaftungsreserve.

    Alles Gute für die Zukunft + solid. Grüße aus Köln
    Michael Scheffer
    Mitglied der Bezirksvertretung Innenstadt

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