Interview bei gesichter-ruhr:

 

„Ich will, dass die Grenzen fließen – auch zwischen künstlerischem und politischem Aktivismus.“

Hallo Anabel. Stell dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Anabel Jujol und ich bin 50 Jahre alt. Ich bin einerseits Künstlerin und andererseits sehr politisch unterwegs. Ich habe einen spanischen Ursprung. Dadurch, dass ich mehrere Rollen gleichzeitig in mir vereine, z. B. ja auch eine Migrantin bin, wahre ich eine gewisse Distanz einer Rolle der anderen gegenüber. Als Künstlerin habe ich Distanz zu meiner politischen Arbeit, aus meiner politischen Arbeit heraus habe ich eine Distanz zu den restlichen Rollen, die ich verkörpere.

Was für eine Art Kunst machst du?

Ich male hauptsächlich, mache ein bisschen Fotografie, digitale Kunst und hab auch schon mal eine Performance-Installation gemacht. Und ab und an mache ich Straßenprotestkunst. Ich will, dass die Grenzen fließen – auch zwischen künstlerischem und politischem Aktivismus. Hauptsächlich widme ich mich der klassischen Malerei Öl auf Leinwand.

Mein Dozent war ein Meisterschüler von Gerhard Richter. Ich glaube das hat indirekt erst mal Einfluss auf meine Malerei genommen, bis ich mich davon emanzipiert und meine illusionistische Malerei gefunden habe.

das ganze Interview hier:

http://gesichter-ruhr.de/portfolio-items/anabel-jujol/
anabel-jujol_gesichter-ruhr_02-800x1216

 

Foto: Frank Lothar Lange (c)

Protestkunst und Malerei sind sich näher als gedacht?

„Whether a performance or painting, Jujol questions social norms in varied and inspired ways and invites the viewer to do the same.“
protestart

 

 

 

 

Die us-amerikanische freie Kunst- und Kulturjournalistin Donna Banks spazierte 2013 zufällig an der Abschlussinstallation der Protestkunstaktion „Lampedusa ist hier“ am Rheinufer in Düsseldorf vorbei.
Sie nahm mit mir Kontakt auf und besuchte mich in Essen in meinem Atelier. Im Nachgang entstand dieser Text.

Thanks to Donna :
http://www.dccontemporary.com/the-district-art-blog/anabel-jujol

 

There may be times when we are powerless to prevent injustice, but there must never be at time when we fail to protest.

–      Elie Wiesel

Protest art has a long and varied history. Regardless of the medium, it provokes and inspires. While walking along the Rhine River in Düsseldorf, Germany on a cloudy Sunday afternoon, I happened upon the art piece Lampedusa. It gave me pause. Literally. With the river serving as the backdrop, stuffed black plastic bags of varying sizes representing the bodies of children and adults were ceremoniously displayed. The retrospective mood was fortified by lit candles and somber music.

Inches from the symbolic body bags stood a tent bearing the name Frontex along with statistics on the thousands of migrants who have died at sea.

I had to meet the artist who conceived this work. A month later, I met Anabel Jujol, an activist, performance artist, and painter. As we sat and talked in Karo, the art gallery she shares with two other artists, her enthusiasm was palpable.

Jujol has two passions, art and activism. She once believed that these were mutually exclusive, but her involvement in the Occupy Movement changed this perception.

In 2011, like many others, she was inspired by Spain’s Occupy Movement, Los Indignados. Further motivated by Stéphane Hessel’s Time for Outrage: Indignez-vous!, Jujol along with five others began Occupy Düsseldorf in October 2011.

In time, the occupiers realised that their efforts were not leading to meaningful and lasting global social change. Individuals became disheartened and the Movement waned. Yet, Jujol recalls, „the smaller the movement became, the more art was made.“

Düsseldorf’s Occupy camp ended in August 2012. This, however, did not lessen her resolve. She continues her activism in diverse and inspired ways.

Jujol envisions site specific performances. As with Lampedusa, the setting is key. Performances are often staged in heavily trafficked areas to encourage participation from passers-by. This leads to work that she describes as „very organic“.

In 1% loves 99%, performers donned costumes to emphasize stark differences in social class. They then strolled along Königsallee, a street known for its high-end boutiques. Performers interacted with the public, many of whom eagerly participated.

When Jujol is not staging public art performances, she paints.

Born in Germany to a Spanish father and Dutch mother, Jujol is quite interested in the concept and malleability of identity. She explores and critiques the placement and displacement of individuals and groups in modern societies.

Talking with her and viewing her work, I was reminded of The Monkey’s Mask: Identity, Memory, Narrative and Voice (2003) in which Chris Kearney refers to identity as a „knotty problem“. Her paintings are visual representations of the profoundness of identity. It is deep, vast, complicated, interwined, and a journey. So are Jujol’s paintings. When viewing her work, one feels as if one is casting off on a journey into another dimension and that eventually the unknown or as yet undiscovered will be found.

Sinuous lines resembling the density and strength of roots interact upon the canvas. There is a sense of movement, growth, and constant change.

Whether a performance or painting, Jujol questions social norms in varied and inspired ways and invites the viewer to do the same.


 

 

„Protestkunst und Malerei sind sich näher als gedacht?“ weiterlesen

„akduell“ Kommentar zur Ratsgruppe SCHÖNER LINKS

http://akduell.de/2015/10/schoenheit-oder-egoismus/

Im September hat Essen nicht bloß einen neuen Oberbürgermeister bekommen, auch im Stadtrat gibt es eine neue Gruppe mit dem Namen „Schöner Links in Essen“, die aus zwei Ratsfrauen besteht, die ursprünglich für die Linke kandidiert hatten. Bereits nach der Kommunalwahl im Mai 2014 hatten sich Janina Herff und Anabel Jujol nach internen Machtkämpfen von der Fraktion losgesagt, „„akduell“ Kommentar zur Ratsgruppe SCHÖNER LINKS“ weiterlesen

„Akduell“ zum Trauermarsch in Düsseldorf

http://akduell.de/2015/04/mehr-ohnmacht-als-wut/
trauermarschakduell

Am Samstag, den neunten Mai, wird in Düsseldorf ein weiteres Mal gegen die europäische Grenzpolitik protestiert. Hierbei steht allerdings weniger die Kritik der Täter*innenseite im Mittelpunkt, sondern die Trauer um die Opfer. Veranstalter*innen sind das Psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf (PSZ), Amnesty International, Occupy Düsseldorf und die Künstlerinnen Mizgina Rengin und Anabel Jujol. „„Akduell“ zum Trauermarsch in Düsseldorf“ weiterlesen

Sie wollen mitmischen // WAZ Artikel zur Kunstwerkstatt der Diakonie

https://www.derwesten.de/staedte/essen/sie-wollen-mitmischen-id9752662.html
diakonie

Es hat etwas mit Wertschätzung zu tun, wenn man die Bilder, die Menschen mit Behinderung gemalt haben, ordentlich einrahmt, professionell aufhängt und offiziell zur Ausstellung erklärt. Das ist zuletzt in Steele geschehen, im Amtsgericht, „schön schräg“ heißt die Schau mit Bildern von Bewohnern der Häuser des Diakoniewerks. Die Schau ist noch bis Ende September zu sehen, und Anabel Jujol sagt: „Es gibt bereits Konkurrenzen um manche Bilder und Auseinandersetzungen von Interessenten, wer was kaufen darf.“
„Sie wollen mitmischen // WAZ Artikel zur Kunstwerkstatt der Diakonie“ weiterlesen

Presse zur Protestkunstaktion „goldenes Kalb“

Mehrere Pressevertreter folgten der Einladung der Pressemitteilung, kamen zum Vernastaltungsauftakt und berichteten am folgenden Montag über die Aktion am 14.12.13.
Die Presse in Düsseldorf berichtete schließlich am Montag, aber Dank der Light Brigade Cologne (leider nicht im Pressefoto erwünscht, blaue LEDs verkündeten die frohe Botschaft € > ♥) wurde die Aktion von Aktivisten in den USA aufgegriffen und verbreitet. Insgesamt sind wir mit den Resonanzen beim Geschehen und danach sehr zufrieden und bestärkt, das kreativer Protest ein Weg/ Impulsgeber zum globalen Wandel und zur Kapitalismuskritik ist, der Emotionen konstruktiv mit einbezieht und Lebensfreude verbreiten kann und das Image vom nörgelnden oder aggressiven, linken Chaoten womöglich auf Dauer positiv verändert.

Presse zur Performance / junges Museum Bottrop

Kunst als wissenschaftliche Versuchsanordnung

 Anabel Jujol spielt im Jungen Museum mit diesen Assoziationen.Welche Prozesse laufen im Gehirn ab, wie real sind die Bilder, die wir sehen oder wie lassen sich Sehen und Wissen, Illusion, Realität und Kunst zusammenbringen? Dies sind Fragen, mit denen die Künstlerin sich in ihrer Arbeit – und vor allem jetzt in ihrer Performance „Come Closer/Intravision 2013“ im Jungen Museum – auseinandersetzt.

Dort spürt sie aber weniger Hirnströmen nach. Vielmehr nimmt sie zum Teil eigene Arbeiten unter die sezierende „Lupe“, die als QR-Codes an der Wand mit einem I-Pad „gelesen“ werden können oder als lange Reihe willkürlich anmutender Bildsequenzen am Betrachter vorüberflimmern – sofern er die Videobrille aufsetzt. Anabel Jujol (geboren 1966 in Essen) spielt in ihrer gut zweistündigen Performance mit diesen vermeintlich wissenschaftlich daherkommenden Eindrücken, hinter denen bei aller Abstraktheit im Einzelnen immer wieder der Mensch im Gesamtkontext aufscheint.

Die unterschiedlichen Räume im Jungen Museum werden so zum Parcours des Denkens, Fühlens und Ertastens und stehen so sicherlich auch für die Möglichkeiten menschlicher Wahrnehmung, sondern verweise auch ein fast hilflos anmutendes Ausgeliefertsein an ein System „Wissenschaft“. Ein längerer Aufenthalt – auf jeden Fall mehr als nur fünf Minuten – in diesen Gedanken-Räumen ist ernsthaft zu empfehlen.

Dirk Aschendorf

http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/kunst-als-wissenschaftliche-versuchsanordnung-aimp-id7832390.html

Schauspiel Essen: Time Capsule/Podiumsgespräch

 

Freitag, 9. Dezember 2011

Im Anschluss an die Vorstellungen
ca. 21:45 Uhr I Widerstand ist zwecklos – Wieviel Protest verträgt
eine Demokratie? I Heldenbar
Podiumsgespräch mit Anabel Jujol („Occupy Düsseldorf“), Dr. Matthias
Lemke (Universität Duisburg-Essen), Hermann Schmidt-Rahmer (Regisseur
„Ulrike Maria Stuart“). Moderation: Ulrike Gondorf (WDR)
WAZ-Artikel

waz_timecapsule