9. MAI – TRAUERMARSCH ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER AN DEN EU AUSSENGRENZEN

Während bereits neue Katastrophen die Nachrichten bestimmen, wollen manche ihren eigenen Rythmus finden, mit Ohnmacht, Trauer und Wut angesichts des Sterbens im Mittelmeer umzugehen. Wenn wir uns nicht von natürlichem Mitgefühl entfremden, sondern den Schmerz sichtbar und öffentlch erleben, helfen wir dieser Gesellschaft ein menschlicheres Gesicht zu geben.

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Cécile Lecomte -Das Eichhörnchen im Interview – Februar 2014

Die Essener Künstlerin Anabel Jujol traf in Essen die Kletteraktivistin Cécile Lecomte, genannt „Das Eichhörnchen“, zu einem Gespräch
über subversive Kletterkunst und kreative Kapitalismuskritik in Zeiten der Energiewende
Cécile Lecomte machte im Rahmen ihrer Lesereise zu ihrem ersten Buch „Kommen Sie da runter“ am 13. Februar 2014 auch Station in Essen.
Circa 50 interessierte BesucherInnen kamen in die kleine Atelier-Galerie KARO Kunst in der Kasteienstraße, um „Das Eichhörnchen“ zu hören. Sie spendeten lebhaften Beifall. Hier eine gekürzte Zusammenfassung des Interviews.

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Beitrag/Essen stellt sich quer/ Kundgebung gegen Rechts im Rat der Stadt Essen

mein Redebeitrag für die Parteipiraten-Fraktion zur ersten Ratsitzung nach der Kommunalwahl

Wut im Bauch. Lass sie raus?

Der Rechtsruck in Teilen Europas und in Deutschland, macht sich auch in unserer Kommune deutlich bemerkbar.
Dass es Parteien in einen Stadtrat geschafft haben, die mit rassistischen Parolen Wahlkampf machen und Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit als politisches Programm verpacken, ist beschämend, empörend und kann auch wütend machen.

Es ist ein Symptom einer Gesellschaft, die auf dem Weg in die Moderne aufgeklärter Zeiten erhebliche Widerstände auslöst,

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Presse zur Protestkunstaktion “goldenes Kalb”

Mehrere Pressevertreter folgten der Einladung der Pressemitteilung, kamen zum Vernastaltungsauftakt und berichteten am folgenden Montag über die Aktion am 14.12.13.
Die Presse in Düsseldorf berichtete schließlich am Montag, aber Dank der Light Brigade Cologne (leider nicht im Pressefoto erwünscht, blaue LEDs verkündeten die frohe Botschaft € > ♥) wurde die Aktion von Aktivisten in den USA aufgegriffen und verbreitet. Insgesamt sind wir mit den Resonanzen beim Geschehen und danach sehr zufrieden und bestärkt, das kreativer Protest ein Weg/ Impulsgeber zum globalen Wandel und zur Kapitalismuskritik ist, der Emotionen konstruktiv mit einbezieht und Lebensfreude verbreiten kann und das Image vom nörgelnden oder aggressiven, linken Chaoten womöglich auf Dauer positiv verändert.

KAPITAL & KIRCHE: Rendite versus Moral – Redebeitrag, goldenes Kalb, Dez 2013

Redebeitrag von Doris Dams (Occupy Düsseldorf)

KAPITAL & KIRCHE: Rendite versus Moral’

Die Aufregung über den Limburger Bischof war groß: 31 Millionen Euro hat Tebartz van Eltzt in den Bau seines neuen Amtssitzes gesteckt. Deshalb wurde er vom Papst in ein bayerisches Kloster verbannt, wo er bis heute sitzt. Doch 30 Mio. Euro. das ist für unsere Kirchenfürsten gar keine ungewöhnliche Summe. “KAPITAL & KIRCHE: Rendite versus Moral – Redebeitrag, goldenes Kalb, Dez 2013” weiterlesen

Alternativlose Ausbeutung? Redebeitrag zur Protestkunst “Goldenes Kalb” Dez 13

Gastbeitrag: MOMO (Occupy Düsseldorf)
Hallo liebe Menschen
wir stehen hier nun nahe des nagelneuen “Apple”-Flagshipstore mitten in Düsseldorfs prunkvoller Innenstadt, umgeben von etlichen weiteren Orten des Konsums wie zb. C und A, Primark, H und M und viele mehr. Orte, wo Menschen hingehen um sich Waren anzueignen die sie entweder auf ihrer Haut tragen, sie als Accessoire benutzen oder damit mobil ins Internet gehen. “Alternativlose Ausbeutung? Redebeitrag zur Protestkunst “Goldenes Kalb” Dez 13″ weiterlesen

Das goldene Kalb – Dez 2013 – katholisches Kapital auf der Kö – Protestkunst

Circa 25 Aktivisten rund um Occupy beteiligten sich an der dritten Protestkunstaktion “Tanz um’s goldene Kalb” auf der Düsseldorfer Kö’.
Diesmal nahmen wir das katholische Kapital auf der Kö unter die Lupe.
Vor den Luxusboutiquen und Galerieeingängen huldigten wir dem güldenen Kalb und machten zynische Aufrufe, boten Ablassbriefe an, versprachen jedem Kamel ein Nadelöhr und freuten uns an Reichtum und Prunk.
Zwischen 14.30 und 17.00 trieben wir unser buntes Spiel auf der Kö, auf und ab, und unterbrachen damit immer wieder den Strom hunderter Konsumenten im vorweihnachtlichen Kaufrausch. Wir ernteten Zustimmung und Aggressionen, Unverständnis und Interesse. Vor C&A und Esprit wechselten wir auch zu ernsthaften Redebeiträgen und auch bei der Abschlusskundgebung mussten wir uns als Spielverderber outen.
Zwei Redebeiträge möchte ich hier veröffentlichen, ebenso wie die Fotos der Aktion.
Die Kooperation mit der Lightbrigade Cologne mit ihrer mobilen Lichtinstallation verbindet unsere Aktion mit den USA Aktivisten und betont den globalen Charakter der kapitalismuskritischen Bewegung.

Redebeitrag von Momo (Occupy Düsseldorf)

Redebeitrag von Doris Dams /Occupy Düsseldorf)

Das goldene Kalb

Das goldene Kalb ist eine Aktionsform zur Glorifizierung des Raubtierkapitalismus und seiner lokalen und globalen Auswirkungen. Mit Tanz- und Opferritualen huldigen wir an neuralgischen Punkten (Düsseldorfer Kö’, Deutsche Bank etc.) in der Öffentlichkeit dem Sinnbild für Macht und Reichtum. Ein fröhlichen Protestspektakel voll bitterer Ironie.
Am 14. Dezember 2013 wird das goldene Kalb zum dritten mal in Düsseldorf an der Kö’ die Puppen tanzen lassen.
Motto: Das katholische Kapital “Das goldene Kalb” weiterlesen

Weit und breit keine Entrüstung?

In Essen, vor heimatlicher Ruhrgebietsidylle der Kulisse des Weltkulturerbes Zeche Zollverein fand am 14. Juni der feierliche Aufstellungsapell der neuen Regionalen Sicherungs- und

Unterstützungskräfte (RSUKr) für NRW statt. Bundesweit soll diese Bundeswehreinheit für Reservisten neue Betätigungsfelder eröffnen.
Längst ist die Bundeswehr keine Verteidigungsarmee mehr. Im ofiziellen Portfolio ist  von internationaler Terrorbekämpfung ebenso selbstverständlich die Rede wie vom Sicherheitsbündnis mit EU und NATO Partnern und neuerdings auch wieder vom „Heimatschutz“.
Eigentlich waren 2007 die sogenannten Heimatschutz Bataillone im Rahmen der Bundeswehrreformen aufgelöst worden. 

Nun sieht das neue Selbstverständnis der Bundeswehr als Interventionsarmee Krisenherde und Krisenbewältigung und damit verbundene Aufgabenstellungen auch vermehrt im Inneren.

Für ein neues Verständnis innerer Krisen, Unglücksfälle und Katastrophen hat 2012 eine historische Plenumsentscheidung des Bundesverfassungsgerichtes den Weg bereitet.
Seit August 2012 ist der Bundeswehr der Einsatz von “militärischen Kampfmitteln” im Inland bei Terrorangriffen unter strengen Auflagen erlaubt.

Die wenigen Medienberichte die das Thema RSUKr aufgreifen und einen Zusammenhang herstellen berufen sich besonders auf den Bremer Rechtsanwalt, Publizist und Menschenrechtler, Rolf Gössner. Laut Gössner kann im Rahmen der militärischen „Amtshilfe“ sowohl die „Bekämpfung organisierter und militärischer bewaffneter Aufstä

ndischer“ oder „widerstrebender“ Bevölkerungsteile „ gemeint sein.

In den Eigendarstellungen der Bundeswehr werden die Kompetenzen der neuen Sicherheitskräfte dagegen sehr diffus beschrieben. Gerne werden für die Öffentlichkeit die populären humanitären Ziele, wie Katastrophensch

utz herausgestellt. Dies findet natürlich in Zeiten von Flut und Hochwasser erfreuliche Beachtung. 
Überhaupt sollte man die PR Funktion der RSU nicht unterschätzen und darf vielleicht sogar von einer neuen  Form des Militarismus sprechen. Explizit wird immer wieder betont, die Reservisten seien wichtige Mittler zwischen Armee und Zivilgesellschaft. Unsere heimlichen Helden für den Notall?

Verständlich ist auch die Kritik ziviler Hilfsträger, die eine Verharmlosung von Krieg und Gewalt anprangern, wenn Militärs sich eine „humanitäre Note“ geben. Ihre Loyalität eigenen Idealen und Spendern gegenüber ist in Gefahr, wenn sie sich von Militärs unterstützen lassen.

Welche politischen Ziele rechtfertigen, dass öffentliche Gelder in den Aufbau solcher Sicherheitskräfte gesteckt werden, statt die Infrastruktur ziviler Hilfsorganisationen zu stärken?

Die Bundesrepublik verfolgte nach den Erfahrungen der NS Zeit dass Ziel der klaren Trennung von Polizei, Militär und Geheimdienst. Löst man sich nun von dieser Strenge?

In der EU gibt es bereits entgegengesetzte Bestrebungen. Eurogendfor heißt die neue Gendarmerietruppe, der immer mehr EU Staaten beitreten und die Kompetenzen von Polizei, Kriminalpolizei, Armee und Geheimdienst für EU weite Einsätze bündeln soll.

Islamistischer Terror, wachsende und neue Formen sozialer Proteste, und auch Naturkatastrophen besonderen Ausmaßes als Folge des Klimawandels – konservative Regierungen sehen hier die Gefahren der Zuku

nft und begegnen ihnen mit dem Ausbau aller möglichen Mittel der staatlichen Gewalt. 
Digitale Überwachung , neue Waffentechnologien (Drohnen etc.) , Umstrukturierung der Armee, Legitimierung neuer Formen der Polizeigewalt, dies sind die Instrumente die neoliberale Politik begleiten. Eine Politik die in vieler Hinsicht die Ursache ist für die selbst wahrgenommene Bedrohung .

Nur ca. 80 Demonstranten folgten dem leisen Ruf einiger Institutionen, die zu Protest aufriefen vor Zollverein in Essen. Sehr traditionell, teilweise rückwärtsgewandt und uneins war der Protest und hätte in Form und Inhalt kaum Passanten oder Schaulustige erreicht. Aber das spielte sowieso keine Rolle angesichts der Tatsache, dass die Demonstranten von ebenso viel Polizisten so erfolgreich blickdicht vom öffentlichen Raum abgeschirmt wurden, dass der Protest zum reinen Selbstzweck degradiert wurde.

Symbolischer kann man das Bild nicht zeichnen, einer Politik und Gesellschaft, die Armee, Polizei, und Bürgern solche ungleichen Räume zuteilt.

Blockupy 2013 „Worum es geht?

Worum es geht, wenn man nach Frankfurt fährt zur Blockupy Demo kann ich letztendlich nur für mich beantworten.

Ich möchte dies tun, weil im Moment durch die Polizeieskalation inhaltliche Aspekte des Protests zu wenig diskutiert werden.

Auch bin ich genervt, von den Nörglern und Zögerern, die vom Namen angefangen,  an der Veranstaltung ewas auszusetzen haben, um formale Gründe zu finden, nicht mit anderen gemeinsam zudemonstrieren, obwohl sie die jetzigen gesellschaftlichen Verhältnisse genauso kritisieren, wie viele andere.

Ich habe Menschen gesehen, die gerne im Verbund und mit Fahnen gemeinsam auftreten. Ich habe Menschen gesehen die sich eine Botschaft auf das T-shirt,auf den Körper, auf ein Schild geschrieben haben. Ich habe Menschen gesehen,die sich verkleidet haben oder ganze Skulpturen gebastelt haben, um damit eineBotschaft auszudrücken.

Bei all diesen Menschen habe ich Botschaften des Widerstands und der Hoffnung gelesen und gesehen, die ich gut und richtig finde.

Auch wenn ich manche Methoden, die Ziele, Ideologien oder die Organisationen mit denen einige verbunden sind nicht uneingeschränkt gut oder richtig finde.

Ich bin glücklich, dass es Menschen gibt, die mit mir gemeinsam gegen dasselbe sind:

Dagegen, dass unsere Umwelt und Natur zerstört wird, ob zur Energiegewinnungoder um z.B. Bahnhöfen oder Shoppingmalls zu weichen oder weil die Agrarwirtschaftmit Pestiziden und Genmanipulation arbeitet.

Dagegen, dass Tiere massenhaft gequält werden, um billige und zudem schlechte, sogar gesundheitsgefährdende Nahrungsmittel herzustellen.

Dagegen, dass in den verarmten Ländern der Welt, Waren unter den unvorstellbarsten und sogar tödlichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, um in den reichen Nationen als Luxus- oder Billigware angeboten zu werden.

Dagegen, dass an Börsen mit Rohstoffen und Lebensmitteln spekuliert wird und die Börsianer damit den Hunger in der Welt zu einem Gewinnspiel für Aktionäre machen.

Dagegen, dass ein Großteil der Menschheit in Armut lebt und eine kleine Minderheit in Reichtum schwelgt und dass dieser Gegensatz immer extremer wird.

Dagegen, dass alle Lebensbereiche zur Ware werden. Kultur, Bildung, Gesundheit,Umwelt, Soziales und Persönliches: Alles kann und soll zu jeder Zeitgewinnbringend vermarktet werden können.

Dagegen, dass Werte wie Solidarität und Verantwortung, zu “Teamgeist und Leadership” in Unternehmen werden und doch nur wieder der möglichst gewinnbringenden Vermarktung eines Produktes oder einer Leistung dienen, statt der Gemeinschaft.
Dagegen, dass diese Gewinne in private Vermögen oder Börsenspekulationen fließen, statt der Gemeinschaft, die sie erwirtschaftet zu Teil werden.

 

Dagegen, dass hierarchische Machtstrukturen gebunden an Prestige und/oder Reichtum die Gleichberechtigung und die Demokratie in allen Lebensbereichen behindern und verhindern.

 

Dagegen, dass Menschen nicht frei sind, dort zu leben wo sie es wünschen und wo sie sicher sind, sondern an Grenzen von der Freiheit und den Privilegien der anderen ausgeschlossen werden.

Ich könnte noch so viele Dinge aufzählen, viele Botschaften verkündeten in Frankfurt, was einem gerechten und guten Leben aller Menschen entgegen wirkt.

Ich habe bei Blockupy Menschen gesehen, die diese Verhältnisse nicht mehr wollen.

Welche Methoden, Ziele, Vorstellungen von einer anderen Welt wir alle haben, kann, darf und soll sich unterscheiden und ebenso übereinstimmen.

Wenn wir uns alle einig sind, dass diese Verhältnisse falsch sind, dann müssen wir es aushalten, dass der Aufbau einer neuen Gesellschaft einwidersprüchlicher Prozess ist.

In diesem Prozess ist die Einheit im Widerstand und der Wille zum Wandel die Basis von der die Veränderung gemeinsam ausgeht.

Wir informieren, organisieren und vernetzen uns weltweit.

Damit nichts bleibt so wie es ist.