kreativer Spagat

Der Begriff der „Selbstvermarktung“ ist mir ein Greuel.
Allerdings ist Öffentlichkeit und Öffentlichkeitsarbeit heute ein wichtiger Aspekt der künstlerischen Positionierung und damit auch zur Eröffnung von Vertriebsmöglichkeiten der Ware „Kunst“. Wann wird man selbst zur Ware oder wie behauptet man sich als Künstler im virtuellen öffentlichen Raum sowie in realen Öffentlichkeiten?
Dazu ein Interview:
http://www.labkultur.tv/blog/ina-ross-die-kunst-der-selbstvermarktung
Einige Aspekte des Interviews gefallen mir recht gut. Allein, dass nicht in Erwägung gezogen wird, dass der Künstler kritisch mit dem Markt, also auch offensiv kritisch mit der Darstellung seiner „Figur“ in der Öffentlichkeit Positionen besetzen kann, stört mich. Trotzdem erkenne ich mich in Teilen wieder. Nicht die Inszenierung der künstlichen Figur, dem Mythos einer Malerin ist der zweck meiner „Öffentlichkeitsarbeit“, sondern in der Öffentlichkeit sowohl meine künstlerischen Betrachtungsweisen, als auch meine politischen, bzw. gesellschaftskritischen Sichtweisen darzustellen. So lehne ich mich mal einfach aus dem Fenster, nicht weil ich „mich vermarkten“ möchte, sondern künstlerische Ideen und politische Vorstellungen verbreiten möchte, um zu inspirieren, zu bewegen und kreativ zu wirken.
Trotzdem freue ich mich, wenn jemand ein Bild kauft :-).
Aber keine noch so schöne Vernissage war bisher vergleichbar mit den Erlebnissen in kreativer Gemeinschaft des Protests, wie beim „Tanz ums goldene Kalb“ oder „Lampedusa ist hier“. Schon die ersten Occupy Demos in Düssedorf waren geprägt von kreativer gemeinsamer Emotion. Ohne dieses Ventil (die politischen Protestaktionen) wäre das Leben im „vollkommenen Markt“ unerträglich für mich und meine Malerei nur Ausdruck bourgeoiser Lust. Also versuche ich weiterhin im Spagat zwischen Kunst und politischem Engagement eins zu sein.

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